Herbsttagung

Herbsttagung

Übersicht über zukünftig stattfindende Herbsttagungen

„Leben kann man nur, wenn man einen Kontext hat, der einem zum Leben verhilft. Der Einzelne kann sich nicht selber erschaffen. Er kann sich weder den Sinn noch die Gestalt seines Lebens aus den Rippen schneiden“ schreibt Fulbert Steffensky.

Damit ist der Kern benannt, um den es auf dieser Tagung geht:

Ohne einen sinnstiftenden Zusammenhang und ohne das lebendige Miteinander mit anderen Menschen sind wir verloren. Wir brauchen einander, um glücklichzu sein und in schwierigen Zeiten zu überleben. Nur gemeinsam entsteht die Stärke, die es braucht. Vom Augenblick der Zeugung, über die Geburt bis zum letzten Atemzug ist Leben Beziehung.

Leben ist ein lebenslanger Prozess von Stirb und Werde. Es nimmt Beziehungen auf, stellt Bezüge her, es auferlegt Veränderungen und ist umstellt von Brüchen aller Art, die wir als Lebenskonflikte erfahren. Individuelles wie gemeinschaftliches Leben entsteht und entwickelt sich nur im Gegenüber und im Dialog mit anderen Menschen und im ständigen Stoffwechsel mit der Welt, die uns umgibt, also in Lebensgemeinschaft! Liebe, Solidarität, Gerechtigkeit, Respekt und Empathie, Sorge und Hilfe brauchen einen Kontext, indem sie entstehen, wachsen und vor allem praktiziert werden können.

Wenn die Würde des Menschen unantastbar sein soll, müssen wir lernen zu würdigen, sonst verdorrt das Menschenrecht zu einer Floskel.

In unserer modernen Gesellschaft, die in vielen Bereichen von einer grandiosen Steigerungslogik geprägt ist, droht das Gefühl der Verbundenheit verloren zugehen. Und ebenfalls gefährdet ist heute auch das Gefühl, trotz vieler Abhängigkeiten nach wie vor als freier Mensch im aufrechten Gang zuständig dafür zu sein, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich an der Lösung gesellschaftlicher Probleme zu beteiligen.

Uns allen dürfen die Einsicht und die Haltung nicht abhandenkommen, dass wir selbst- und mitverantwortlich als Angehörige in eine menschliche Gemeinschaft geboren wurden.

Unsere gemeinsame Aufgabe zwischen Geburt und Tod besteht darin, unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit ein Zusammenleben zugestalten, das besonders dann von Respekt, Solidarität und Mitgefühl getragen sein muss, wenn die Lebensressourcen aus unterschiedlichen Gründen knapper und die Menschen hilfsbedürftiger werden und mehr aufeinander angewiesen sind.

In Beziehung sein, in Beziehung bleiben heißt auch in und durch diese zu teilen, was an gesellschaftlichem Reichtum vorhanden ist.

„Um die Liebe zu verstehen, müssen wir das Leben verstehen. Um lieben zu können … müssen wir lebendig sein können … Sich selbst seine Lebendigkeit zu erlauben heißt, sich selbst zu lieben – und zugleich die schöpferische Welt, die ihrem Prinzip nach zutiefst lebendig ist.“

Vielleicht ist diese Botschaft, die Andreas Weber die Grundthese seiner Theorie der Lebendigkeit als einer «erotischen Ökologie» nennt, auch eine der wichtigsten Herausforderungen für eine menschliche Kultur des Sorgens mit Herz, Verstand und Zukunft.

Darüber wollen wir an dieser Tagung lebendig reden, streiten und uns gegenseitig ermutigen.

Wir laden Dich, Sie und Euch ganz herzlich dazu ein und freuen uns, wenn wir das Interesse Vieler damit wecken. Eine raschmöglichste Anmeldung erleichtert uns die Planung. Danke.

Gesamtprogramm zur Herbsttagung 2018

Flyer Herbsttagung-2018.pdf (1,2 MiB)


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