Walther ist tot. Im Sommer hat er noch geistig rege mit engen Freunden seinen 90. Geburtstag gefeiert. Jetzt sind seine Kräfte an ihr Ende gekommen.

Walther ist am 22.12.2013 in Röthenbach /Allgäu gestorben und wurde am 20.1.2014 in Würzburg im Kreis seiner Familie beigesetzt. (Hauptfriedhof beim Berliner Ring, 4. Abteilung, Feld 1, Reihe 68, Nummer 23)

Wir haben uns überlegt, dass wir auch im Förderkreis für Ganzheitsmedizin dazu beitragen wollen die Wertschätzung und den Einfluss zu sammeln, den so viele Menschen für Walther empfunden haben bzw. den er auf sie gehabt hat.

Statt einer ausgelegten Kondolenzliste haben wir zu diesem Zweck diese Seite auf der Homepage eingerichtet. Wir freuen uns sehr, wenn Ihr beispielsweise Eure Erfahrungen und Begegnungen mit Walther mit uns allen teilt, die Bedeutung, die Walther für Euer Leben hatte und vielleicht bis heute hat und was sein Tod in Euch wachruft.

E I N L A D U N G

Liebe Freunde,

Ein erfülltes Leben ging zu Ende. Am 22. Dezember 2013 verstarb Walther H. Lechler mit 90 Jahren an seinem letzten Wohnort Röthenbach im Allgäu. Auf Wunsch von Walther wird der Förderkreis für Ganzheitsmedizin auf seinem diesjährigen Pfingstfest eine Gedenk- und Dankveranstaltung durchführen. Für den Gründer der Klinik Bad Herrenalb war das jährliche Pfingsttreffen das wichtigste Ereignis im Jahr und stand für das Aufgewachtsein und den neugewagten Aufbruch ins Leben.

Der Förderkreis für Ganzheitsmedizin lädt zu einer Gedenk- und Dankfeier für
Walther am 06.06.2014 um 17 Uhr 30 im Kurhaus Bad Herrenalb ein.

Herzliche Grüße
Kornelius Roth, 1. Vorstand Förderkreis für Ganzheitsmedizin Bad Herrenalb, gemeinnütziger e.V.

Nachruf für Dr. Walther Lechler von Jeff und Julia Gordon

application/pdf Nachruf von Jeff und Julia Gordon fuer Dr Walther Lechler.pdf (1,8 MiB)

Kondolenzliste für Walther H. Lechler

Kommentar von Michael Schneider |

Hallo Walther
Ich danke dir von Herzen für deine liebevollen Impulse für meine Genesung. 2007/2008 konnte ich den Wert und die Tiefen deiner Arbeit und Überzeugung in der Adula-Klinik kennenlernen.

Nun, im Herbst 2016 lese ich dein(+J.C.Lair's) Buch "Von mir aus nennt es Wahnsinn". Und genau wie seinerzeit in der Adula fühlt sich die ewige Sehnsucht in mir von Herzen erkannt und benannt.

Das ist von größtem Wert für mich.

Michael Schneider

Kommentar von Marina Endres |

Mein geliebter Walther, so nenne ich dich wenn ich an dich denke. 1000 Dank für alles, dir verdanke ich so viel.Nie werde ich dich vergessen, du warst so einzigartig, der wundervollstee Mensch der mir je begegnet ist.
Adieu

Kommentar von Lawrence M. |

Walther

I have fond memories of my time at the Clinic, and especially of Walther. You were never the same after meeting Walther. He loved people who could admit they needed help with their lives, and by extension, he loved his work. He had the most unforgettable face, reflecting great depth of character, life experience, learning, dedication to the service of his fellows. He put together the best therapeutic team by requiring that anyone who worked for him would also be required to work on themselves, as Walther continued to do on himself.

Leading groups, he stayed in the moment, never trying to impart knowledge or insight. He shared only so that others might share. When others shared, he listened without judgment, not moved to comment or withhold comment. It would never occur to Walther to say something to shut someone up, or try to bring someone out of themselves, or rescue someone. He was never excited, restless, impatient, or bored. You never saw him scratch his head, yawn, rub his chin, look at his watch, or clear his throat. His face was always a perfect reflection of every experience of his life to that moment, every self-examination, awakening, admission, every year of study of every medical and psychiatric textbook imaginable.

Walther’s presence to himself carried over to the group, until all of us were present to ourselves and each other, sharing unselfconsciously the side of ourselves we thought would never part our lips, experiencing healing and an appetite for more. Walther had the most wonderful laugh, an inaudible process that originated deep inside him and gradually worked itself up until you noticed his shoulders began to shrug rhythmically, then you saw his wide grin and realized he was laughing.

Walther’s work didn’t end when he turned our lives around. He introduced his guests to the world and the world to his guests. Through Walther we met Heinz Kappes, Pfarrer Otto, Rabbi Weinreb, Jess and Jackie L., and Roy K., not to mention the Canadian AA members who traveled from the military community in Lahr to share at the Hope Group. On Sunday afternoons Walther hosted Bibelstunde, got us thinking about the parable of the Prodigal Son, or Daniel in the Lion’s Den – the newcomer at an AA meeting! Walther’s favorite readings were the AA Vierundzwanzig Stunden am Tag, which we read every morning at the Clinic, and The Sermon on the Mount, by Emmet Fox, as well as all the great Twelve Step literature.

I never went back to my addiction after meeting Walther. After I left the Clinic I surrendered other addictions I became aware of based on what I learned from Walther. Because of Walther I participated in Twelve-Step fellowships. If I was able to help anyone in Twelve Step recovery over the years, it was by passing on something I first learned from Walther.

Lawrence M., Gast bei der Klinik Herbst 1982

Kommentar von Inge Lueers |

Sehr verehrter Herr Lechler, ich danke meiner höheren Macht, daß ich Ihnen in Bad Herrenalb begegnen durfte. Danke für die Erläuterungen des aramaeischen Vater unser.
Gott möge Sie segnen.

Kommentar von Eckard Müller |

Kommentar von Eckard Müller
Hi lieber Walther,
wir sind uns vor über 40 Jahren in der Kullenmühle-Klinik über den Weg gelaufen, als ich am Ende war. Das war wohl auch mein richtiger Zeitpunkt. So warst Du mein „Geburtshelfer“ für mein neues Leben, was überhaupt erst mal Leben für mich hieß. Als ich die Nachricht erhielt, dass Du uns hier auf der Erde verlassen hast, war ich natürlich erstmal recht traurig. Mein Dank für Dich ist aber größer, denn ohne Dich weiß ich nicht, wo ich wäre – und bestimmt auch sehr viele andere gute Freunde/Innen. So waren die ganzen Jahre Dank der Begegnung mit Dir für mich überwiegend von Glück und Lebensfreude erfüllt – und die weniger guten Sachen im Leben konnte ich dann immer als erwachsener Mensch in Angriff nehmen und auch bis jetzt gut lösen – ohne die vielen tödlichen Hilfsregler, denen ich vordem auf den Leim gehen musste.
Du wirst immer in meinem Herzen sein – Danke Walther!
Eckard

Kommentar von Ekkehard |

Walther,

ohne Dich wäre ich seit langem tot und begraben - statt dessen hast Du mir den Weg zuück ins Licht gezeigt.

Und, da bin ich sicher, vielen Anderen auch, vielen, die sich schon verloren glaubten.

Hab Dank !

Ekkehard

Kommentar von Christl S. |

Nach-Pfingst-Gedanken 2014-06-10
Gedenk-, Dank-, Trauerfeier für Dich, Walther,
am Pfingstfreitag, 06. Juni 2014

an diesem Abend, in diesen Stunden des Gedenkens an Dich, haben sich viele Menschen versammelt, sind zusammengekommen, an dem Ort, an dem Du, Walther, so viele Jahre gewirkt hast und Spuren in uns hinterlassen.
"Wach auf und lebe". Dieser Satz und viele andere wirken in mir, in anderen Menschen. Wie vielen Menschen Du mit diesem Satz, den Du mit Inhalt fülltest, das Leben gerettet hast, ist nicht zu sagen. Du hast Mut gemacht, Leben zu wagen. Du hast uns „angestubst“ zu erkennen, welches Potential ein jeder Mensch in sich hat. Verschüttet und vergraben in uns, hast Du ungewöhnliche therapeutische Methoden ge- und benutzt, uns in der Therapie darauf einzulassen und zu spüren: Es wirkt, wenn ich selbst mich für Leben und Gesundheit entscheide. Nicht immer Medikamente sind es, die Leid lindern. Die Methoden des Bad Herrenalber Modells haben vielen tausenden Menschen geholfen, selbstverantwortlich für ihr Leben zu sein und nicht die Beschwerden abzugeben und Pillen „einzuwerfen“.
„Nit, nit eye garabam - der Mensch ist des Menschen Medizin“
Dein Sohn Pascal, ehemalige Mitarbeiter und MItarbeiterinnen, Dein Nachfolger der Klinik Bad Herrenalb, Michel und andere Gäste haben gesprochen. Haben ihre ganz eigenen Begegnungen mit Dir geschildert. Angesteckt mit dem „Virus“ der ein Leben in Fülle verspricht.
Die Schwingungen, die Energie waren so, als seist Du leibhaftig mit und bei uns. Du bist, auch wenn Du aus anderer Warte schaust, mit und bei uns, in unseren Herzen. UND: Wir sind Dir unendlich dankbar. Wir alle tragen diesen Funken kraftvollen Lebens in uns, mit dem Du uns angesteckt hast.

Jedes Jahr zu Pfingsten versichere ich mich seit 19 Jahren:
Dieser Funke lebt weiter, wird aufgefrischt. Freundinnen und Freunde, Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen zu treffen, zu umarmen, im Gespräch oder ungesagt mit ihnen austauschen. Es war und ist die Fülle, die vorhandene Fülle, die bereit ist, mich zu stärken, wenn ich davon nehme. Mir das Leben in seiner ganzen Fülle nehme.
Kornelius, Alfred, Karl-Heinz, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ehrenamtlichen HelferInnen, die ReferentInnen der Seminare und Vorträge regen an, Leben immer und immer wieder neu zu bedenken, nachzuspüren, was das Leben für jede und jeden von uns ist. Dazu hast Du, Walther, angeregt aufgefordert, Mut gemacht. Danke, danke, danke. Dein "Stein des Anstosses" ist in den Herzen derer, die das weiter tragen, was Du geschaffen hast.
Für Florian und mich warst Du, allwöchentlich herangefahren von Karl-Heinz, ein geliebter und geschätzter Gast, für den wir so gern Herz und Haus aufgemacht haben. Diese Erinnerungen bleiben uns. „Bei angenehmen Außentemperaturen“, so steht es noch immer außen am Küchenfenster, konnte am "Kiosk" das Essen, der Kaffee gereicht werden. "Wenn es keine Umstände macht", war ein geflügelter Satz von Dir - und - beim Räumen Deiner angesammelten Schätze fandest Du einen Zettel auf dem steht: "Zum Café eine gute Zigarre". Dieser Zettel bleibt erhalten, bis wir eines Tages mit auf Deiner Seite sind.
Ich hatte auch das große Geschenk und Glück, Dich viele Male zu den Seminaren der A-Freundinnen und Freunde nach Alhorn zu chauffieren. Auf den Wegen dorthin, lernte ich Fünkchen Deines Witzes, Deines Schalks und von Deinen Lebenserfahrungen kennen. Oft haben wir herzlich gelacht.
In Hagen wurde Dein Sohn Pascal geboren. Einmal haben wir uns nämlich auf der Fahrt nach Alhorn dorthin verirrt.
Auch als Du nach misslungenen Augenoperationen "einsichtig", wurdest, wie Du es nanntest, war das Seminar in Alhorn so voller Kraft und emotionaler Fülle, dass es auch Dir und allen Anwesenden, die teilgenommen haben, Mut, Kraft, Hoffnung gab, Leben im Leben immer weiter zu wagen und zu leben.
UND die Reisen in die Provence. Dort haben wir erlebt, wie Bibelstunde auch sein kann. Du legtest u.a. das „Aramäische Vater Unser“ aus. Machtest uns damit Lust und Neugier, selbst wieder einmal die Bibel zur Hand zu nehmen und darin zu lesen.
50 Mitreisende, TeilnehmerInnen dieser Reisen, lauschten, nach köstlichem Picknick, inmitten der Natur, Deinen Ausführungen. So ungewöhnlich, so wenig „heilig“ und doch so intensiv, wie wohl kaum ein Gottesdienst sein mag.

Lieber Walther, es gäbe noch so vieles in Dankbarkeit zu sagen. Der Förderkreis für Ganzheitsmedizin erhält und führt das weiter, was Du mit Deiner Kraft, Deinem Weitblick, Deinem unumstößlichen Vertrauen in den Lauf des Lebens und der Welt geschaffen hast. In Deinem Nachruf lesen wir es noch einmal.
Es wird die Zeit kommen, da werden die Damen und Herren in den Etagen der Krankenkassen, der Deutschen Rentenversicherung Bund, sich die Haare raufen und sich des Bad Herrenalber Modells und Genesungskonzeptes erinnern.
Denn: Kosten zu sparen und dennoch Menschen zur Selbstheilung "anzustecken", wo der Therapeut ein Begleiter ist, und nicht eine „eingeworfene“ Pille die Rettung. Wo der Mensch des Menschen Medizin ist. Dieses Modell sollte den Kostenträgern "warm runter gehen".

In Dankbarkeit und Ehrfurcht verneigen wir uns vor Dir,
Florian und Christl

Kommentar von Margrit Monika Heese |

Bin noch immer SEHR traurig dass ich a) gestern zur Gedenk-u. Dankesfeier NICHT dabei sein konnte,-b) dass ich überhaupt KEINE Antwort von Euch erhielt; auch bezügl. des Dr. Peter J., unseren Oberarztes im Sommer 1986!!

Gesegnete u. frohe Pfingsten trotz alledem; ein gelungenes Pfingsttreffen mit ganz VIEL "Pente Costa"
(Heiligem Geist!!!!)
LG, MarMonika H. aus Hannover-Kirchrode

Kommentar von Sonja |

Lieber Walther,

ich bin einfach unendlich dankbar für Deine Arbeit, die Du uns zu treuen Händen überlassen hast. Ich hoffe sehr, dass wir würdig genug sind, Deine Botschaft, Dein Erbe weiterzugeben. Oft stellen wir in den Meetings ein Bild von Dir in unsere Mitte, um uns daran zu erinnern, welch großes Geschenk Du uns hinterlassen hast. Ich darf mich glücklich schätzen, Dich noch 1997 persönlich kennen gelernt zu haben. Ich erinnere mich an einen äußerst kraftvollen dynamischen Mann, voll erfüllt von seinen Visionen. Hab Dank! lieber Walther, vielen, vielen Dank!

von Sonja
Meetings Bad Herrenalb

Kommentar von Monika Heese |

Lieber GROSSER , alter Mann, unser "Hausmeister1986",

puh, ich traf Dich wieder, arg mitgenommen, im Febr./März 2077 nach vielen Jahren in der Adula im Bademantel, sehr zerbrechlich; am Mittagstisch mal 1 kurzes Gespräch: "Weißt Du noch? " Er wußte: Am 15. Juli 1986: Meine 1."Matte" nach Ankunft 1 Woche zuvor...voller Neugier, aber noch mehr A N G S T:
Walther: Wir haben 1 Geburtstagskind unter uns!
Ich hin zu dem grossen Boss, in seine Arme, eben wegen meiner Angst...Davon hatte ich noch ganz viel bis zum 17. Sept.86; entlassen mit Unterleibs-Ca, der erst in Ettlingen entdeckt wurde...Zur OP zurück in meine "NEUE Heimatstd. Hannover mit nem Koffer in Bl., einem weiteren in der "Kuschelmühle" nun, 1 weinendes u. 1 lachendes Auge...Zu einer "fraulich -verrückten Frau geworden, DANK Walther, dem ich ja angebl. 1 einzigartiger "Leckerbissen" war; ja, ich durfte Fehler machen, stark u. schwach sein als Alleinerziehende , und ich hatte mich verliebt in viele, viele Frauen, einige wenige Männer , jedoch am allermeisten in MICH! Ja, ich war GUT G E N U G!!!
Walther, mir bleibst Du unvergessen, warst stets in meinem Herzen, durch das Mißverständnis, durch dass wir uns kennen-schätzen und lieben lernen durften, wie es in meinem Poesiealbum von Dir eingetragen steht; herrlich, als sich das Mißverständnis insofern aufklärte, weil Du eben meintest, Du hättest das, was mir fehlte....so seiest Du zu DSeinem Posten gekommen....L I E B E; beim Abschied war ich ja dann auch "RANDVOLL" davon, lt. Oberarzt Peter J., u. Horst meinte: Nun werd bitte noch genusssüchtig...Christiane ermahnte mich, ja NICHT den in einer Ecke zu vergessen...Dagmar I. warnte , mich NICHT von Anremplern irritieren zu lassen...u. Giselawar froh, dass sie auf der "Hütte" die äußerst sympathische "ZBV-Aufsicht vergessen durfte. Mit Fide dann jedoch (auf d. Hütte auch, hatte ich eine einzigartige Seelenbegegnung in meinem damaligen u. bisherigen Leben! Danke, Danke und nochmals geb ich DIR die Ehre, lieber, lieber Walther; Deine M.M.M:Wanderstecken des 12-Schritte-Programms

Kommentar von Klaus S. |

Lieber Walther,

fast 30 Jahre ist es her, dass Du mich zurück in die Spur gebracht hast. Seitdem trocken wie die Wüste. Und immer einmal mehr aufgestanden als auf die Fresse gefallen. Und dabei viel gelernt für das "normale" Leben. Und erwachsen geworden. Dafür bin ich Dir und Herrenalb dankbar, noch heute. Auch wenn ich mich sehr schnell gelöst habe von Dir und allem und meinen eigenen Weg gegangen bin. Zwei Dinge sind mindestens geblieben: Dein einfacher Lehrsatz, dass man alles tun darf - nur dann auch die Verantwortung dafür übernehmen muß. Auch oder gerade, wenn es schief läuft. Und Dein letzter Satz als ich damals ging, das ich mich gar nicht groß verabschieden müsse, weil ich sowieso besoffen wiederkomme. Ich denke, Du wußtest schon damals genau, dass das die Wut auf Dich und den Durchhaltewillen in mir mobilisiert hat. Danke. Danke. Danke. Tja, jetzt bist Du an dem Ort angekommen, auf den Du Dein ganzen Leben vertraut hast. Ich hoffe Du findest dort auch all das, was Du Dir immer gewünscht hast. R.I.P. Wir kommen Dich irgendwann mal besuchen.

Kommentar von Bernd Ulrich |

Nachruf von Bernd Ulrich,
Auditorium - Netzwerk

Zum Tod von Walther Lechler 28.01.2014

Sehr geehrtes Auditorium,

Walther H. Lechler (* 24. Juli 1923 in Würzburg; † 22. Dezember 2013)
war ein deutscher Neuropsychiater und Psychotherapeut. Er war
Begründer des Bad Herrenalber Modells, eines psychotherapeutischen
Gemeinschaftskonzeptes für psychisch erkrankte Menschen.

Er starb, wie ich erst gestern erfuhr, im Dezember mit 90 Jahren. In
den letzten Jahren war es still geworden um ihn.

Ich habe Walther Lechler vor 20 Jahren kennengelernt. Das war ganz am
Anfang von Auditorium Netzwerk, damals hießen wir noch BUK-Audioplanung.
Ich erinnere mich, wie er als 70-Jähriger behände mit Cowboyhut auf
die Bühne sprang.

Das hat mir imponiert, denn er war einer der ersten älteren Männer (70
und älter), die ich kennenlernte, die körperlich fit waren.

Walther war ein warmherziger Mensch, eines meiner vielen Vorbilder.
Wie fast alle Männer seiner Generation musste auch er im 2. Weltkrieg
kämpfen, und er erzählte mir von dem Kampf, bei dem er einen Kopfschuss bekam.

Das von Walther Lechler gemeinsam mit Therapeuten und Patienten in den
1970er Jahren gegründete Bad Herrenalber Modell ist ein humanistisches
und tiefenpsychologisch fundiertes, sich an dem
Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker zur Alkoholabstinenz
orientierendes, ganzheitliches Psychotherapie-Konzept auf Grundlage einer therapeutischen Gemeinschaft.

Im Rahmen eines stationären Klinikaufenthaltes bekamen psychisch
und/oder psychosomatisch erkrankte Menschen die Gelegenheit zu einer
Neu- und Umorientierung.
Seine Konzepte waren damals revolutionär in Deutschland.
Die Therapie soll ermutigen.
Das Therapiekonzept nach Daniel Casriel basiert im Wesentlichen auf
der Theorie der ungenügenden Befriedigung kindlicher Grundbedürfnisse,
insbesondere dem nach körperlicher Nähe und emotionaler Offenheit, bzw.
des Grundkonfliktes, wobei Mangel und Lerndefizit bestimmend sind. Das
Miteinander der therapeutischen Gemeinschaft soll ein heilsames
Durchbrechen dieses als selbstzerstörerisch angesehenen
Lebensprogrammes unterstützen. Es verlangt die Aufgabe von
"kompromisshaften Bewältigungsversuchen", "Selbsttäuschungen" und
sogenannten "stabilisierenden Tricks".

Ich habe noch zwei sehr gute Aufnahmen von Walther Lechler
http://newsletter.auditorium-netzwerk.de/c/13354570/5ad317bfcfcb-n04c
im Programm. Eine sogar zusammen mit seiner Patientin Jackie Lair,
über deren erfolgreiche Therapie er spricht ("Von mir aus nennt es
Wahnsinn. Protokoll einer Heilung" <http://newsletter.auditorium- netzwerk.de/c/13354571/5ad317bfcfcb-n04cwi> ). Das gleichnamige Buch
ist out of print und war zu seiner Zeit ein Bestseller.
Nun ist also auch Walther Lechler gestorben. Wieder einer weniger,
einen den ich gern hatte, einer der mir auf meinem Weg geholfen hat.
Danke Walther...

"Sei dir bewusst, nichts bleibt, so wie es ist."
(Marc Aurel)

Ich wünsche noch eine gute Woche.

Bernd Ulrich

Kommentar von Ingrid Weber |

Vor 17 Jahren fiel mir Walthers Angebot mit seiner „Lebensschule auf Rädern“ zu und ich spürte klar, dass ich etwas unternehmen muss, ansonsten würde es in meinem Leben weiter bergab gehen und auch meine Krebserkrankung zurück kommen. Diese Provence-Woche mit Walther (und all den anderen Begegnungen und Erlebnissen) ging unter die Haut und hat eine Wende in meinem Leben bewirkt. Nach meiner Rückkehr blieb kein Stein mehr auf dem anderen, sowohl beruflich als auch privat.

Lieber Walther,
all das, was ich in dieser Woche erleben durfte, kann ich mit Worten gar nicht beschreiben, alles Erlebte hat sich in jeder Zelle manifestiert und hat mir den Glauben, Kraft, Zuversicht und Mut gegeben, „mich derart zu verändern, dass mich der Krebs nicht mehr kennt“ und ich danke dir für dein Wirken auf der Erde. In tiefster Dankbarkeit und Verbundenheit, Ingrid aus Österreich

Kommentar von Marianne Schuster |

Lieber Walther,
Du hast dazu beigetragen, dass ich neu sehen, neu hören, neu riechen und neu schmecken lernen durfte, dass ich lernte zu berühren und mich berühren zu lassen. Du bist Brandstifter, Be - Geist - erungsstifter, für mich gewesen, Du als Walther und Du durch all die Menschen in der Kullenmühle - Klinik, in A - Gruppen, in Vorträgen, Seminaren und bei so vielen Pfingsttreffen seit 1980.

Vor einigen Jahren noch konnte ich mir eine Welt, ein Deutschland, ein Bad Herrenalb, ein Leben, mein Leben ohne Dich nicht vorstellen.
Jetzt bist Du von dieser Welt gegangen- Ich bin nicht traurig, ich bin nicht froh. Es ist, wie es ist und es ist gut und richtig so, wie es ist. Auch diese Sicht der Dinge habe ich durch Dich lernen dürfen- Danke für Alles!
Als ich im Geiste einige Tage nach Deinem Ableben Kontakt zu Deiner Geist - Seele aufnahm, sah ich Dich, ruhig und schön, in einem offenen Sarg liegen- Dein Kopf war rechts gebettet, Deine Füße links. Und auf der linken Seite, auf deinen Füßen, stand aufrecht eine männliche Figur, sie war Christus ähnlicher als Dir, und doch warst Du es, bereit für Deine Auferstehung. Dein Werk in dieser sichtbaren Welt war vollendet.

Ich bin so froh, dass ich mit Dir, Walther, kurz nach Deinem 90. Geburtstag am Telefon sprechen konnte-. Wir sprachen über den Dalai Lama und über die Achtung, bzw. Nichtachtung von Frauen in den Weltreligionen, auch im Buddhismus. Dein letzter Gedanke, Dein letzter Satz zu diesem Thema war: “Ja, manche haben es noch nicht gemerkt, dass es auch Frauen gibt!“ Vermächtnis und Aufruf!?
Danke für Alles, Walther, und mach`s gut! Bis zum Wiedersehen in unser aller Paradies!

P.S.
Ich bin sicher, Du, lieber Walther, hättest auch so zu uns gesprochen (aus Australien mitgebracht)

Do Not Stand At My Grave And Weep

Do not stand at my grave and weep
I am not there. I do not sleep.
I am a thousand winds that blow.
I am the diamond glint on snow.
I am the sunlight on ripened grain.
I am the gentle autumn rain.
I am the shining star at night,
When you awake in the morning light.
My time has come I am the rest,
I am the sunset in the West,
I am the clouds that race above,
Where I watch over those I love
Do not stand at my grave and cry;
I am not there. I did not die,
So hear these words that here I say
I am the love that guides your way
Author unknown (Revised by C:N:A: Day 1995)

Steht nicht an meinem Grab und weint

Steht nicht an meinem Grab und weint,
Ich bin nicht da, ich schlafe nicht.
Ich bin einer der tausend Winde, die wehen.
ich bin das diamantene Glitzern des Schnees,

Ich bin das Sonnenlicht auf reifem Korn.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Ich bin der leuchtende Stern in der Nacht,
wenn ihr erwacht im Morgenlicht.

Meine Zeit ist da, ich bin die Rast,
ich bin der Sonnenuntergang im Westen.
Ich bin die Wolken, die oben jagen,
dort, wo ich auf die schaue, die ich liebe.

Steht nicht an meinem Grab und weint,
ich bin nicht dort, ich bin nicht weg.
So hört diese Worte, die ich hier spreche,
ich bin die Liebe auf Eurem Weg.

Unbekannter Autor (Überarbeitet durch C.N.A. Tag 1995)

Kommentar von Mirijam Kazmaier |

Lieber Walther,

gerade eben habe ich Deine Sterbemitteilung,das wunderbare Gedicht "Stufen" gelesen und ich habe geweint und da war auch gleichzeitig Freude in meinem Herz.
"Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!"

Ich danke Dir für diese letzte Botschaft auf Erden. Diese Zeilen drücken auch meine Überzeugung aus und manchmal kann ich die Wahrheit schon erspüren.
Walther, ich bin so dankbar, dass ich Dich kennenlernen durfte. Nicht nur als Vordenker und Pionier einer neuen ganzheitlichen spirituellen Genesungsbewegung und als Vermittler des 12 Schritte Programms, sondern vor allem als einen liebevollen bescheidenen und ehrlichen Menschen.- Mein Herz ist so voller Dankbarkeit und Freude für alles, was ich durch Dich gelernt und kennengelernt habe. Ohne Deinen Vortrag zum "Aramäischen Vaterunser" hätte ich den Aramäischen Jesus und seine Mystik nie kennengernt. Was für ein Verlust!
Und noch viel mehr. Ich muss ja gar nicht alles aufzählen. Das alles ist ja sowieso bei Dir und bei der HÖHEREN MACHT gut aufgehoben. Du hast mich auf meiner spirituellen Pilgerreise begleitet und tust es auch weiterhin über Raum und Zeit hinaus. Ich fühle mich Dir nahe, auch wenn Du hinübergegangen bist. Du bist in meinem Herz.

Shalama Bayta
Mirijam

Kommentar von Berthold Karl |

Lieber Walter,

DANKE!!!!!!!!!
Danke für Deine Liebe, die Du uns Alkoholikern entgegen gebracht hast. Danke, für das Mutmachen den Weg zu gehen, für das "Es" sich lohnt zu leben.

Danke Walter für Dein Geschaffenes, wo von ich auf meinem Genesungsweg "sehr vieles", "sehr gut" nutzen konnte und auch weiter nutze.

22 Jahre trocken, ein ganz großes Stück nüchtern, was großen Spaß macht .... Du hast direkt und auch indirekt einen sehr großen Anteil daran!

Ich bin Mitte der 90er nach einem Workshop bei Dir, in den Förderkreis eingetreten aus Dankbarkeit und Anerkennung für all das, und wurde wieder reich belohnt.

Pfingsten war seither für mich Herrenalb/Jahrestreffen, dieses Jahr wird es ein anders sein wie die vorherigen.
Walter, ich werde dort sein in Liebe und Dankbarkeit zu Dir.

Schön dass es Dich gab, lieber Walter.

von Berthold,
aus deiner Heimat Unterfranken.

Kommentar von C.Martens |

Ich habe das Glück gehabt Walter Lechler persönlich in Aalhorn kennen lernen zu dürfen. Er sprach mich einfach so an und ich weiß gar nicht mehr genau was er zu mir sagte, aber es war liebevoll und es war, als wenn mich ein ganz warmes Gefühl umarmt hatte. Ich kann es mit Worten nicht beschreiben, aber ich fühlte mich voll und ganz angenommen und trage dieses Gefühl immer in mir. Danke Walter!

Kommentar von Werner H. |

Auf meinem Tiefpunkt habe ich auf der Suche nach Hilfe/Therapie 1985 die VV in der Klinik Bad Herrenalb besucht. Es wurde Perhaps Love von John Denver, Walthers Lieblingslied, gespielt. Die Suche nach Liebe habe ich in meiner Zeit in Bad Grönenbach, in vielen Meetings und Tanzkreisen immer mehr verinnerlicht. Ich bin Walther sehr dankbar für die Begegnungen in Herrenalb und bei Freizeiten und für seine Impulse. Möge er Liebe und Frieden bei dem EINEN finden.
In Love Werner H.

Kommentar von Dieter u. Ingrid Kühn |

Danke, Walther

Ingrid u. Dieter Kühn

Kommentar von Claudia Peter |

Lieber Walther,

es war ein Privileg, Dich zu kennen, das mir ganz unverhofft zuteilwurde, und für das ich bis heute tief dankbar bin. Du warst der Überraschungsgast auf unserer Irland-Reise 2005. Wir haben abends stundenlang diskutiert und du hast mich als Person und meine Ansichten einfach gelten lassen, obwohl ich nicht mehr war als ein Zaungast des 12-Schritte-Programms. Du hast die Idee in meinen Kopf gepflanzt, dass eigentlich diejenigen privilegiert sind, die durch eine Kapitulation gehen und das Leben neu lernen dürfen. Ende 2006 hast Du meinen Abschied aus der Adula zu einem einzigen langen Fest gemacht. Und dann war da dieser sonnenüberflutete Tag mit Karl-Heinz in Deinem neuen Zuhause (war es 2009?).

Ach Walther, die Jahre sind einfach verstrichen und wahrscheinlich habe ich es komplizierter gemacht als es war. Den Kontakt nicht zu suchen, um Dir in Deiner Krankheit nicht „zur Last zu fallen“, war wohl ein ziemlich blödes Konzept. Das Gegenteil der Zuwendung, die Du immer vorgelebt hast. Jetzt bleibt nur die Erinnerung an ein paar Begegnungen, Berührungen, Umarmungen. Und die Hoffnung, dass einem Ähnliches auch gelingen möge: In der Krankheit die eigene Verletzbarkeit, das eigene Leiden, vor sich selbst und vor anderen zuzugeben, es in Würde zu leben und dabei trotzdem immer wieder das Leben mit voller Kraft neu zu bejahen.

In Dankbarkeit

Claudia