Grundsatzvortrag u. Austausch mit Prof. Dr. Annelie Keil

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Dem Kampf um Freiheit, Selbstbestimmung, Optimierung  und Gerechtigkeit ist die Geschwisterlichkeit abhanden gekommen und wir stehen inzwischen in der Gefahr, als Menschen selbst zum "Pflegenotstand" zu werden. Es fehlt mehr als Geld, Personal  und politisches Engagement, um die Würde des Menschen zu gestalten und zu  wahren. Zu schnell ist vergessen, dass jeder Mensch  zwangsweise als Angehöriger zur Welt kommt,  sich nicht selbst erschaffen kann und Koexistenz die Grundlage allen Lebens ist. Wenn das Leben um Hilfe ruft, sind wir selbst gemeint, ob es um uns oder andere Menschen geht. Der Satz vieler alter Menschen: " Ich will niemandem zur Last fallen", ist eine trügerische Falle. Wir können gar nicht verhindern, anderen Menschen  zur Last zu werden. Helfen und Hilfe annehmen, pflegen und gepflegt werden, Kraft haben und schwach werden, stark und gebrechlich sein sind Geschwisterpaare, die sich zwischen Geburt und Tod immer die Hand reichen und nur zusammen biografisch jene Lebensfülle auf die Beine stellen, in der am  Ende der ganze Beziehungsreichtum unseres Lebens enthalten ist.

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