Pfingsttreffen

Pfingsttreffen 2018

Einbruch – Umbruch – Wiederaufbruch

Der Schweizer Schriftsteller und Pfarrer Kurt Marti schrieb 2000 zum Pfingstgeist:

Mein Atem geht – was will er sagen?
Vielleicht: Schau! Hör! Riech! Schmeck! Greif! Lebe! Vielleicht:
Gott atmet in dir mehr als du selbst.
Und auch:
In allen Menschen, Tieren, Pflanzen atmet er wie in dir. Und so:
Freude den Sinnen!
Lust den Geschöpfen!
Friede den Seelen!

Das sind alles Aufrufe, aufzuwachen und mit all unseren Sinnen das Leben, wie es ist, wahrzunehmen. Ich mache dabei nicht nur eine intensive sinnliche Erfahrung bei etw Alltäglichem, sondern ich erfahre dadurch, wie besonders, wie wunderbar, aber auch wie furchtbar, wie schrecklich etwas sein kann.

Ich erfahre nicht nur das, was mir behagt und mich erfreut, sondern auch das, was mich bedrückt, schmerzt, mir furchtbar weh tut oder was einfach schweigt. Ich nehme ga ist. Ich öffne mich für das Licht, das ich sehe, wenn ich erwache, für das Wasser, das warm oder kalt aus dem Hahn fließt, für die Kleider im Schrank oder am Haken, die mi werden, für das duftende Brot auf dem Frühstücksteller, die Butter und die Konfitüre oder den Käse, auch für den Stau unterwegs, für die Kollegen und Kolleginnen an der A knorzt und knackt in meinem Körper oder mich umtreibt und quält in meinem Inneren.

In solchen Momenten erfahre ich das Besondere in all dem, was das Leben ausmacht, das was mich mit dem Leben verbindet und was mich trägt. «Nichts ist im Verstand, war» hat schon Cicero, dann Thomas von Aquin und schliesslich im 17. Jahrhundert der englische Philosoph John Locke formuliert. Ich möchte es lieber so sagen: Nichts k bewusstmachen oder in unser Bewusstsein bringen, was uns nicht vorher ganz sinnlich berührt hat.

Pfingsten ist die Einladung, immer wieder neu aufzubrechen und sich von Einbrüchen nicht das Leben nehmen zu lassen. Wo ich an eine Grenze stosse, mir etwas nicht sc erscheint und mich erschreckt, da steht wohl ein Umbruch an. Wenn ein Acker umgebrochen wird, sei es von Hand, mit der Stechgabel oder mit dem Pflug, wird das, was u verborgen war, ans Licht gebracht. Und siehe da, die umgebrochene Erde ist bereit, Samen aufzunehmen und Neues wachsen zu lassen.

Viele von uns, die das Pfingsttreffen besuchen, haben das erlebt, wie aus einem Einbruch ein Umbruch wurde und daraus ein Neuaufbruch begann. Und sie wissen, dass di sehr weh tun, und wir uns darum manchmal mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass etwas Neues werden darf.

Pfingsten lädt uns ein, Schmerz und Abwehr loszulassen und unser Augenmerk immer mehr auf das zu richten, was gelungen ist und gelingen will. Und das zu feiern. Mit al einen geeigneteren Raum als all die vielen möglichen Begegnungen am Pfingsttreffen unseres Förderkreises, das zu erleben?

«Freude den Sinnen! Lust den Geschöpfen! Friede den Seelen!»

«Uns ist nicht ein Geist der Mutlosigkeit gegeben, sondern der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.» (Apostel Paulus, Bibel, Neues Testament)

Vor den rund drei Tagen Zeit, Impulse aus den Vorträgen von kompetenten Refererierenden aufzunehmen, unsere Konzerte oder die Filmvorführung zu besuchen, zu Singe Tänzen zum Mitmachen oder bei «Dance for joy and hapiness» zu bewegen, bieten wir auch dieses Jahr ein umfangreiches Vorpfingstprogramm vom Mittwoch bis Freitagnachmittag an.

Flyer Gesamtprogramm Pfingstreffen 2018

application/pdf Flyer Pfingsten 2018.pdf (1,0 MiB)
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