Walther hat uns zu seinen Lebzeiten noch diesen wunderbaren Text hinterlassen, der uns die Wurzeln und Aufgaben des Förderkreises sichtbar macht...

Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten,

im März 1971 hat in BadHerrenalb, im Stadtteil Kullen­mühle, die psychosomatische Klinik, die ich alsChefarzt bis Ende 1988 leitete, ihre Arbeit aufgenommen. Das bescheidene,unauffällige Haus wurde für viele Menschen eine Geburtsstätte für einen neuenWeg ins Leben. Es entstand sehr schnell der unüberhörbare Wunsch, sich an demOrt, an dem eine entscheidende und oft schmerzvolle persönliche Wandlungeingetreten war, wieder zu begegnen und auch mit denen in Austausch zu treten,die gerade auf diesem Weg der Wandlung waren.

Nach vielen Überlegungen wurde Pfingsten 1972als Tage der Begegnung und des Austausches gewählt. Und so kam es zum erstenEhemaligentreffen. Pfingsten wurde nun jedes Jahr eine mit großer Freude undSpannung erwartete Zeit der Begegnung. Bad Herrenalb war um diese Zeit vonvielen Menschen erfüllt, die ihre Freude über ein neu erlangtes Lebensgefühlsichtbar zum Ausdruck brachten. Jackie Lair hat ihre Gefühle dazu klar undeindeutig in ihrem Satz zu­sammengefasst: „Ich bin wohl in Minnesota (USA) zurWelt gekommen, aber ins Leben wurde ich mit aller Fülle in Bad Herrenalb hineingeboren. Ich werde zum Bürgermeister gehen und mir eine Geburtsurkundeausstellen lassen.“

Vielleicht mag der Gedanke zu gewagterscheinen, dass an einem Ort, an dem sich im Jahre 1192 die Zisterziensernieder gelassen haben, wieder ein kleiner Spross spirituellen Erwachens spürbarund sichtbar werden durfte. Im Laufe der Jahre ist nun der kleine Spross zueiner kräftigen, vielfäl­tigen spirituellen Gestalt herangereift, die in dem imJanuar 1989 gegründeten Förderkreis für Ganzheitsmedizin Bad Herrenalb eineweitere Plattform fand. Neben den vielen Veranstaltungen des Förderkreises istdas Pfingsttreffen zu einem Höhepunkt geworden. Aus dem Ehemaligentreffenentwickelte sich das Pfingsttreffen als Zeit der Begegnung zwischen Menschen,die sich durch das Programm und von der herzlichen und offenen Atmosphäreangesprochen und angezogen fühlen. Von Nah und Fern angereiste Menschen und imInnersten berührte „Mitwirkende“, sind an diesen Pfingsttagen überall in dieserwunderschönen Stadt zu sehen und zu spüren.

Ich freue mich, dass der Förderkreis sich eineLebendigkeit bewahrt hat, die in einem auch für das Jahr 2011 reich anVielfalt, Inhalt und Qualität gestalteten Programm ihren Ausdruck findet. Eswird sicher vielen Menschen Anregun­gen geben und Möglichkeiten eröffnen, Neuesfür ihr Leben zu entdecken. Auch wenn ich mich wiederhole, möchte ich gerade andieser Stelle den Ausspruch des senegalesischen Stammes der Wolof erwähnen, derda lautet: Nit nit ay gara­bam, auf Deutsch: Der Mensch ist des MenschenMedizin. Dabei werde ich an den Satz des großen Arztes aus dem Mittelalter,Paracelsus erinnert: Und der Arzeneien höchste ist die Liebe. Und AlbertSchweizer fasste die Erfahrung eines neuen Lebens in dem Aufruf zusammen,Ehrfurcht vor dem Leben zu haben.

Ich möchte hier meineninnigsten Dank an die Vorstände des Förderkreises, an die zahlreichenMitglieder, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die freiwilligen Helferin­nenund Helfer und an die uns verbundenen Freunde zum Ausdruck bringen. In diesenDank eingeschlossen sind auch und im Besonderen all jene Menschen, die uns mitihren Spenden wohlwollend unterstützen. Ihr alle tragt dazu bei, dass derFörderkreis weiterhin in dem Sinne wirken kann, „ansteckende Gesundheit“ zuverbreiten.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ichmit ganzem Herzen und in Gedanken bei euch allen im Förderkreis bin und mitmeinem Rat und meiner Kraft zur Verfügung stehe.

In herzlicher Verbundenheit

Euer Walther